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Kapitel 4 Einl.

 

Kapitel 4: Einleitung

"Wissenschaft ist nichts weiter

als eine Verfeinerung des Alltagsdenkens."

Albert Einstein *75

Die Skepsis v. WEIZSÄCKERs zur Frage der Angemessenheit statistischer Methoden zur Überprüfung der Astrologie und die Ansicht FROMMs über die "Kraft der Vernunft" läßt sich in bezug auf unser Thema in Form folgender Frage diskutieren: Ist es prinzipiell möglich, daß ein Zusammenhang zwischen Kosmos und menschlichem Schicksal oder der Persönlichkeits-Struktur eines Menschen besteht, den wir zwar erkennen können, der aber (derzeit) mit quantitativ-statischen Methoden nicht erfaßbar ist? Ich möchte dabei auch der Frage nachgehen, ob es außer einer Relativierung der Forderung nach Quantifizierbarkeit aufgrund allgemein-wissenschaftstheoretischer Überlegungen plausible positive Argumente gibt, die diesen Anspruch speziell im Falle der Astrologie als unangemessen erscheinen lassen.

Da auch das reine Zählen von "treffenden Deutungen" eine einfache Form von Statistik darstellt und der Gebrauch des Wortes Quantifizieren nicht immer einheitlich ist *76, soll zunächst noch einmal kurz erläutert werden, was in unserem Zusammenhang mit "Erfaßbarkeit durch quantitativ-statistische Methoden" genau gemeint ist:

Bei der Deutung des Horoskops entwirft der Astrologe ein "Strukturbild" der Seele (Psyche, Persönlichkeits-Struktur) des Horoskopeigners. In unzähligen Beratungssituationen haben Klient und astrologischer Berater immer wieder den Eindruck,daß die Deutung des Horoskops "stimmig" ist. Dieser ganzheitliche Eindruck ist natürlich subjektiv und als solcher in seiner Angemessenheit nicht weiter überprüfbar. Will man die Angemessenheit dieses Strukturbildes überprüfen - ohne Rückgriff auf den "ganzheitlichen Eindruck" der Beteiligten -, so muß man entweder dieses Bild in überprüfbare Teile zerlegen oder es mit einem anderen Struktur-Bild vergleichen, das dann als Kriterium, als Maßstab dient *77 . Beide Möglichkeiten sollen in diesem und im nächsten Kapitel ausführlich behandelt werden.

Als quantitativ-statistisch will ich nun die Methode bezeichnen, bei der das Struktur-Bild so in Einzelaussagen zerlegt wird, daß in der Entscheidung über deren Zutreffen oder Nicht-Zutreffen möglichst wenig subjektive Interpretation enthalten ist, daß wir uns also dem "mechanical measurement" im Sinne von WIGGINS (siehe Kap. 3.3) möglichst weit annähern.

Die Beantwortung der einleitend gestellten Fragen soll schrittweise erfolgen. Zu Beginn wird diskutiert, ob es Beispiele für die Wahrnehmung komplexer Sachverhalte gibt, die auf einem "ganzheitlichen Eindruck" beruhen, quantitativ-statistisch nicht nachvollzogen werden können, d.h. die nicht "objektivierbar" sind, deren Angemessenheit jedoch - z. B. aufgrund dadurch ermöglichter erfolgreicher Operationen - allgemein akzeptiert ist.

 

 

 

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