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Kapitel 5.3

 

Kapitel 5.3: Sechs Wege zur Erforschung der Astrologie

 

Der naturwissenschaftliche Zugang

Hier geht es um die Erforschung von elementaren Zusammenhängen, bei denen das sehr komplexe Problem der Verifikation der Aussagen aus dem Horoskop zunächst ausgeklammert bleibt. Wenn sich zeigen ließe, daß ein Zusammenhang zwischen Planeten-Konstellation und dem Ablauf "einfacher" und damit leicht objektivierbarer physikalischer, chemischer oder biologischer Prozesse (ggf. in Organismen) auf der Erde besteht (siehe dazu das "Austern-Beispiel" in Kapitel 2.1), so wäre das ein Beleg für die Grundannahme der Astrologie. Damit wäre über die Angemessenheit der Deutungen noch nichts ausgesagt, doch je nach der Form der Ergebnisse könnte sich daraus auch eine Stützung der These ableiten lassen, daß das Horoskop die Persölichkeits-Struktur eines Menschen in einem gewissen Sinne bzw. in einem gewissen Umfang widerspiegeln müßte.

Quantitativ-statistische Prüfung astrologischer Hypothesen auf Merkmals-Ebene

Die Gestalt-Psychologie hat uns gelehrt, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, die Erkenntnisse der Systemtheorie zeigen zudem, daß solche Ganzheiten nicht nur "Organisations-Tendenzen" der menschlichen Wahrnehmung, sondern daß sie "empirische Tatsachen" sind. Dieses Mehr zu erfassen, stößtnaturgemäß bei Methoden, die sich mit den Teilen beschäftigen, auf große Schwierigkeiten. Es wäre allerdings ein Mißverständnis, aus dieser Erkenntnis die Behauptung abzuleiten, die Summe der Teile, für sich allein genommen, sei bedeutungslos. Die "Summe der Teile" hat, wie auch jedes Einzelteil für sich genommen, sehr wohl einen Aussagewert, und darin liegt der dennoch vertretbare Anspruch quantitativ-statistischer Forschungsmethoden begründet, auch in der Astrologie. Das Ganze ist zwar mehr als die Summe seiner Teile, aber die Summe der Teile ist damit nicht gleich gar nichts. (siehe auch NIEHENKE 1981)

Wenn ein Symbol in Lehrbüchern durch die Angabe typischer Entsprechungen erklärt wird, so ist es plausibel anzunehmen, daß derartige Entsprechungen im Zusammenhang mit diesem Symbol auch häufiger zu beobachten sind. Wenn diese Annahme auch nicht zwingend ist *107, so ist sie dennoch nicht unbegründet. Anders ausgedrückt: es lohnt sich der Versuch! Die Berechtigung des Vorgehens wird durch den Erfolg belegt, und zumindest GAUQUELIN kann diesen Erfolg vorweisen.

GAUQUELINs Arbeiten sind daher auch das herausragende Beispiel für diese Art des Vorgehens. Es wird dabei also nicht das ganze Horoskop und die Angemessenheit seiner Deutung untersucht, sondern Beziehungen zwischen einzelnen astronomischen Gegebenheiten und frei gewählten Außenkriterien (z. B. dem Beruf). Dabei ist es vom Vorgehen her nicht von Belang, ob die untersuchten astronomischen Gegebenheiten in der Astrologie Träger einer symbolischen Bedeutung sind. Es ist ein ähnliches Vorgehen wie in der Psychologie, wenn nachgewiesen wird, daß der "IQ" mit der Schulleistung korreliert. Wenn man, wie die GAUQUELINs es getan haben, die Beschreibung berühmter Persönlichkeiten in verschiedenen Biografien zum Außenkriterium wählt (siehe Kap. 6), so ist damit auch ein Schluß auf die Persönlichkeits-Struktur des betreffenden Individuums denkbar.

Die Regeln der Astrologie fungieren bei diesem Vorgehen also nur als "Hypothesen-Fundus", als Anregung, welche Zusammenhänge zu untersuchen es sich lohnen könnte. Tatsächlich werden häufig dort Zusammenhänge gefunden, wo sie nach astrologischer Tradition erwartet werden müssen. Dieser Weg ermöglicht zunächst ebenfalls nur eine Prüfung der "Grundannahme der Astrologie", da das Horoskop als solches ja gar nicht untersucht wird. Da aber nicht beliebige astronomische Gegebenheiten untersucht werden, sondern vorwiegend solche, die als "Deutungselemente" in der Astrologie Träger einer symbolischen Bedeutung sind, ist also durchaus, wenn auch nur sehr vorsichtig, ein Schluß auf die Angemessenheit dieser Bedeutungen möglich.

Der "experimentelle" Zugang: Zuordnungs-Tests

Der dritte Weg besteht darin, die Fähigkeit der Astrologen zu bestimmten Zuordnungen zu prüfen. Wenn der Astrologe in der Lage ist, das "Wesen" eines Menschen zu erfassen, so könnte man folgern, daß er dann fähig sein sollte, z. B. das Horoskop eines Gewaltverbrechers aus einer Reihe von Horoskopen "unbescholtener Bürger" herauszufinden. Dies wäre jedoch ein Fehlschluß, denn wir dürfen nicht erwarten, daß das Horoskop unsere kulturspezifischen und zeitspezifischen Moralvorstellungen widerspiegelt. Auch in der Psychologie ist es bisher noch nicht gelungen, "Kriminalität" als Persönlichkeitsmerkmal dingfest zu machen (weil es kein Persönlichkeitsmerkmal ist). Dieses Vorgehen verlangt also Vorannahmen darüber, welchen Grad an Spezifität und Konkretion die Deutung eines Horoskops erlaubt. Nach moderner Auffassung spiegelt das Horoskop nur "Grundlegendes", Prinzipielles, wie z. B. das Verhältnis zum Thema "materielle Sicherheit" (siehe das Beispiel von Karl Marx in Kapitel 2). Es ist also bei diesem Vorgehen sehr sorgfältig zu prüfen, ob nicht "abergläubische Vorstellungen" über die Astrologie zum Gegenstand der Untersuchung gemacht werden *108.

Es bleibt also bei derartigen Untersuchungen ein sehr großer Interpretations-Spielraum, der zum einen darin besteht, festzustellen, was denn z. B. wirklich "typisch" für einen Gewaltverbrecher sei und zum anderen darin, zu entscheiden, in welchem Umfange es sich bei diesen "typischen Merkmalen" um etwas Prinzipielles, etwas Grundlegendes handelt *109.

Noch komplizierter wird dieses Vorgehen, wenn wir auch die ASW-Hypothese in unsere Überlegungen einbeziehen (s. Anm. 105). Daß es speziell unter Astrologen einige sehr intuitiv, vielleicht sogar medial veranlagte Menschen geben dürfte, scheint auch plausibel. Wenn jedoch die Zuordnung nicht gelingt, dann war sie weder auf medialem Wege noch auf astro-"logischem" Wege möglich, so daß ein mißlungenes Experiment einfacher zu interpretieren ist: es zeigt, daß die entsprechende Zuordnung mit den Mitteln der Astrologie nicht möglich ist.

Vergleich astrologischer Deutungen mit Selbst- oder Fremdbeurteilungen einer Person

Während die Prüfung auf Merkmals-Ebene keinerlei "diagnostisches Urteil" beinhaltet, weder in Form einer Deutung astronomischer Sachverhalte noch bei der Definition des Kriteriums für die Prüfung, sind bei Zuordnungs-Tests im beschriebenen Sinne auf Seiten der Deutung des Horoskops diagnostische Urteile von Astrologen enthalten.

Wähle für die Prüfung eine Beschreibung, Beurteilung oder Begutachtung einer Person, sei es eine biografische Anamnese, eine Selbstbeurteilung, eine graphologische oder auf einer Testbatterie basierende Diagnose, so läuft diese Prüfung auf einen Vergleich zweier auf unterschiedlichem Wege gewonnenen Urteile über eine Person hinaus.

Dieses Vorgehen entspricht, sofern es sich um eine Selbstbeurteilung handelt, der Beratungs-Situation, in der die Selbstwahrnehmung einer Person mit der astrologischen Deutung konfrontiert wird. Wird dies als Prüfung der astrologischen Deutung aufgefaßt, so gelten die bereits dargestellten Einschränkungen der Interpretierbarkeit der so ermittelten Resultate. Eine ganze Reihe von Astrologen halten trotz dieser Einschränkungen diese Form der Überprüfung der Astrologie für die einzig adäquate. LOCKWOWANDT (1984) spricht, ausgehend von sehr ähnlichen Schwierigkeiten der Validierung graphologischer Deutungen, von "dialogischer Validität": "Wir haben deshalb vorgeschlagen, die Gültigkeit der Astrologie nicht über einfache artifizielle und oberflächliche Zusammenhänge zu überprüfen, sondern stattdessen dabei die extensive Arbeit mit intensiven (kasuistischen) Erkundungen zu verbinden und so zu ergänzen."

Das Kriterium der dialogischen Validität wirft jedoch neue Probleme auf, da der in einem solchen Dialog möglicherweise stattfindende Prozeß der Konvergenz von Astrologen-Urteil und Selbstwahrnehmung einer Person sehr schwer transparent zu machen ist: Im Einzelfall wäre genau zu prüfen, wieviel einfache Überredung des Astrologen beteiligt ist, wieviel Bereitschaft auf Seiten des Klienten, jedwede astrologische Interpretation der eigenen Persönlichkeit als "stimmig" zu akzeptieren.

Sicher entbehrt die Annahme nicht einer gewissen Plausibilität, daß das Selbst-Urteil eines Klienten nach erfolgreicher Therapie oder nach einem intensiven, die Selbstreflexion steigernden Dialog auf der Basis einer (astrologischen) Diagnose verläßlicher ist als das "naive" Urteil. Mehr als plausibel ist die Annahme aber auch wieder nicht. Jeder kritische Astrologe kennt die Erfahrung "falscher Evidenzen", wenn irrtümlich ein falsch berechnetes Horoskop die Grundlage der Deutung war und dennoch "alles stimmte" (siehe Kap. 4.4: Trügerische Evidenz-Gefühle).

Es bedürfte auf Seiten des diagnostizierenden Astrologen einer ungewöhnlich großen Dissonanz-Toleranz, einer ungewöhlich großen Bereitschaft, eigene Überzeugungen in Frage zu stellen und in Frage stellen zu lassen, und eines ungewöhnlichen Ausmaßes an bewußter Kontrolle, wenn er trotz seines Engagements für die Astrologie auf jedwede subtile non-verbale Form der "Beeinflussung" seines Klienten vollständig verzichten könnte.

Handelt es sich andererseits bei dem Kriterium um ein Fremdurteil oder auch eine unabhängig von einem diagnostischen Gespräch erstellte Selbstbeschreibung bzw. -Beurteilung, dann läuft diese Methode auf den Vergleich zweier mit verschiedenen Instrumenten erstellten Beurteilungen einer Person, d.h. also zweier Texte, hinaus. Hierbei bedarf es dann einer Instanz, die die inhaltliche Identität oder Ähnlichkeit dieser beiden sprachlichen Gebilde beurteilen muß.

Dies wirft semantische Probleme auf *110. Darüberhinaus ist die Verläßlichkeit der Instanz, die den Grad der "Ähnlichkeit" beider Beschreibungen festzustellen hat, schwer bestimmbar. Anmutungs-Qualitäten und "Evidenzen" werden eine große Rolle spielen. Die Möglichkeit, durch Einschaltung mehrerer Beurteiler dieses Problem zu lösen oder doch zu entschärfen, birgt neue Probleme: dann nämlich, wenn die Urteile nicht konvergieren. Die Bildung arithmetischer Mittelwerte für diesen Fall löst dieses Problem nicht. *111

Zudem hat ein solches Vorgehen nur Sinn, wenn die Validität des Kriteriums erwiesenermaßen wesentlich höher ist als die der zu prüfenden astrologischen Diagnose. Dies ist keineswegs eine selbstverständliche Voraussetzung (siehe Kap. 6).

Vergleich isolierter astrologischer Konstellationen mit Selbst-oder Fremdbeurteilungen einer Person

Bei der Überprüfung von Hypothesen auf Merkmals-Ebene liegt der Vorteil in der Eindeutigkeit der Bestimmung sowohl des astronomischen (astrologischen) Merkmals wie des Kriteriums, der Nachteil darin, daß dieses Vorgehen der Gestalt-Qualität sowohl des Horoskops wie auch des Kriteriums nicht gerecht wird. (Siehe dazu speziell Kap. 6.4) Beim Zuordnungstest wie auch bei dem zuletzt beschriebenen Vorgehen, wird der Gewinn auf der einen Seite mit einem neuen Problem auf der anderen Seite erkauft: Streng genommen wird auf diese Weise die Fähigkeit von Astrologen zu bestimmten Urteilen geprüft, nicht jedoch die Frage der Validität der Astrologie oder einzelner astrologischer Regeln überprüft. Es gibt gute Gründe, diese beiden Aspekte zu trennen (siehe Kapitel 7.2).

Nun kann die Beurteilung einer Person bzw. sinnvolle "Teil-Ganzheiten" dieser Beurteilung (s. Anm. 84) statt zu einer Deutung des Horoskops auch zu für die jeweilige Beurteilungsdimension bedeutsamen Konstellationen direkt in Beziehung setzen. Dabei wird allerdings der "Gestalt-Charakter" des Horoskops zerstört. Zwar sollte man dennoch erwarten, daß "bedeutsame Einzelkonstellationen" sich auch auswirken, d.h. im Erleben und Verhalten der Person ihren Niederschlag finden; über das Ausmaß der Nivellierung an sich vorhandener Effekte, wie sie durch Zerstörung des Gestalt-Zusammenhanges evtl. verursacht werden, lassen sich jedoch keine verläßlichen Angaben machen.

Die vier zuletzt beschriebenen Wege der Erforschung ergeben sich aus der Variation der Variablen "Ganzheitlichkeit", bezogen sowohl auf die zu prüfende Astrologie als auch auf die zur Anwendung kommenden Kriterien. Vorteile und Mängel jeder Methode stehen zu den Vorteilen und Mängeln alternativer Methoden jeweils in einem reziproken Verhältnis, so daß nur eine zusammenhängende Wertung von möglichst vielen Untersuchungen nach jeder der vier Methoden Basis eines begründeten Urteils über die Astrologie sein kann.

Der systemtheoretische Zugang

Es entspricht einer sinnvollen "Erweiterung" des Ansatzes von Thomas RING, die Bedeutung der (Planeten-) Symbole als Entsprechung elementarer Eigenschaften von Organismen auf die elementaren Eigenschaften von Systemen im Sinne "geordneter Gesamtheiten" allgemein auszudehnen, zumindest auf sog. "selbstorganisierende Systeme". Wie KOESTLER nachgewiesen hat, sind Systeme dieser Art durch die Integration in hierarchische Strukturen gekennzeichnet, innerhalb derer sie sowohl als "Ganzheiten" als auch als "Teile" betrachtet werden können, weshalb er sie "Holons" nennt *112.

Zu den Eigenschaften solcher selbstorganisierender Systeme gehört z. B. die in der Astrologie dem Mars zugeordnete Tendenz, sich im Wettbewerb gegen andere durchzusetzen. KOESTLER führt an, daß das Charakteristische nicht allein die Fähigkeit zur Durchsetzung ist, sondern eine Kombination aus zwei komplementären Fähigkeiten, nämlich "Selbstbehauptung und Integration" (1970, 207): "Die Selbstbehauptungstendenz ist ein grundlegendes und universelles Merkmal der Holons und zeigt sich auf allen Stufen aller Arten von Hierarchien ... Der entgegengesetze Aspekt des Holons besteht in seiner integrativen Tendenz, in der Neigung, als fügsamer Bestandteil eines bestehenden oder in Entwicklung befindlichen Ganzen zu wirken. Auch diese Eigenschaft äußert sich auf die verschiedenartigste Weise, von der 'Gefügigkeit' des embryonalen Gewebes über die Symbiose der Organellen in einer Zelle bis zu den verschiedenen Formen des Zusammenhalts, sei es ein Insektenstaat, sei es ein Stamm von Eingeborenen."

Dem astrologisch Geschulten wird hier auffallen, daß unter der "integrativen Tendenz" bei KOESTLER Bedeutungen zusammengefaßt werden, die in der Astrologie weiter differenziert sind und der symbolischen Bedeutung der Planeten Venus (das Prinzip "Harmonie" im Sinne der Einteilung von FRANCE) und Saturn (das Prinzip "Integration") entsprechen. Wir finden auch eine Entsprechung zum Planeten Pluto und dem Prinzip "Metamorphose", wie Thomas RING die symbolische Bedeutung dieses Planeten gekennzeichnet hat."Das regenerative Potential in Organismen und Sozialverbänden manifestiert sich in Fluktuationsprozessen, die von der höchsten Integrationsstufe auf frühere, primitivere Niveaus zurückgreifen und beim Wiederaufstieg zu neuen, modifizierten Strukturen führen. Prozesse dieser Art scheinen sowohl bei der biologischen als auch bei der geistigen Evolution eine bedeutende Rolle zu spielen; sie spiegeln sich in dem universalen Motiv von Tod und Wiedergeburt in der Mythologie." (KOESTLER 1970, 216)

Unter systemtheoretischem Gesichtspunkt wäre also zu untersuchen, in welchem Umfange eine "Isomorphie" zwischen einer systemtheoretischen Beschreibung solcher selbstorganisierender Systeme und einer astrologischen Beschreibung solcher Systeme herzustellen ist. Die Beschreibungs-Kategorien der Systemtheoretiker beruhen auf Interpretationen und haben damit die für alle Beschreibungen dieser Art eigentümliche Eigenschaft, weder willkürlich noch zwingend zu sein. Es scheint, als ob man bei der Erforschung größerer Zusammenhänge dieser mangelnden Eindeutigkeit nicht mehr ausweichen kann. Sollte sich trotzdem eine weitgehende Isomorphie nachweisen lassen, so wäre das allein schon eine erstaunliche Bestätigung der "Intelligenz" der astrologischen Einteilung der Realität, da die Systemtheoretiker von ganz anderer Seite her zu diesen Beschreibungen gelangen.

Mit der Hilfe der Systemtheorie wäre dann die Lösung eines der schwierigsten Probleme der Astrologie-Forschung denkbar: eine angemessene "Objektivierung" der Bedeutung der einzelnen astrologischen Symbole zu leisten. Ob es sich um den quantitativ-statistischen Weg handelt oder um einen Zuordnungs-Test: das Hauptproblem bei der Erforschung der Astrologie liegt darin, daß konkrete Lebensdaten, sogar konkrete Charakter-Eigenschaften, immer nur Beispiele von Entsprechungen aus einer Vielzahl denkbarer Entsprechungen eines Symbols darstellen, das Symbol aber nie vollständig erfassen. Es bleibt dann nur das Urteil auf der Basis eines ganzheitlichen Eindrucks, dem aber die erwähnten Unsicherheiten anhaften. Was uns bisher also fehlt sind Methoden, Strukturen ganzheitlich (ohne Zerlegung) "greifbar" zu machen, und zwar in einer (möglichst) objektiven Weise.

Aber auch wenn das gelingen sollte: Die Frage, warum die kosmische Situation im Moment der Geburt eines Menschen (der "Geburt" eines selbstorganisierenden Systems) eine Aussage über die strukturellen Eigenschaften dieses Systems ermöglichen sollte, ist damit noch nicht geklärt.

Sollte sich jedoch erweisen, daß wir tatsächlich enger als bisher vorstellbar auch in kosmisches Geschehen integriert sind (JANTSCH 1979), daß man vielleicht unser Sonnensystem als "Organismus" im Sinne eines selbstorganisierenden Systems auffassen kann, dann könnte sich erweisen, daß die Stellung der einzelnen Planeten als Indikatoren bestimmter Eigenschaften dieses Systems zu betrachten sind.

Eine Betrachtung unseres Sonnensystems als ein "System" von 10 großen Materie-Brocken und einer Unzahl kleinerer Materie-Brocken,deren Beziehungen untereinander im wesentlichen auf Gravitationskräfte beschränkt sind, würde für das Konzept eines Organismus allerdings keine Grundlage bieten. Tatsächlich sind die Beziehungen aber wesentlich komplexer und die wechselseitigen Einflüsse wesentlich subtiler, wie LANDSCHEIDT (1984) mit seinen Studien über die Sonnenflecken nachgewiesen hat: Nicht nur, daß die Gravitationswirkungen in ihrem Zusammenspiel zu einer komplizierten Schwingungsbewegung der Sonne um ihr Massezentrum führen; die Sonne "reagiert" darauf mit einer Veränderung ihrer in den Raum abgegebenen Energie- und Partikelstrahlung, die auf den Planeten, insbesondere auf der Erde, komplizierte metereologische Prozesse (und Veränderungen in der Biosphäre) auslösen. Der Bezug zur Astrologie wird dadurch evident, daß diese Gravitationswirkungen mit der Stellung der Planeten im Raum zusammenhängen.

 

 

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